Quo vadis, Mensch?!

Egon_Bahr1

 

Beim Blick in die Medien bekomme ich derzeit Schweißausbrüche und Brechreiz. Worum geht es hier eigentlich? Gutmenschen gegen Wutbürger?! Rechts gegen links?! Braun gegen bunt?! Erschüttert registriere ich einige Kommentare in den sozialen Medien, schüttle den Kopf für etwas, was ich mir nicht erklären kann.

Geht es denn überhaupt um die Flüchtlinge? Geht es um Politik? Um Ängste? Oder geht es lediglich darum „cool“ zu sein?

Was sich da an „brauner Ideologie“ breit macht, geht an die Grenze des Erträglichen! In welchem Land lebe ich, in dem Kinder in U-Bahnen angepinkelt werden? In dem tote Kinder gefeiert werden … Unterkünfte angezündet und blind Parolen des Dritten Reiches gebrüllt werden? Haben wir denn nichts gelernt?

Das  „Problem“ hat viel Gesichter: unverständliche und falsche Asylpolitik in Europa, falsches globales politisch-militärisches Verhalten, mangelnde Sozialpolitik in Deutschland … und das alles gepaart mit uninformierten Bürgern … auf beiden Seiten.

Mediale Berichterstattung wird für eigene Propaganda verfälscht und zweckentfremdet, auch auf beiden Seiten. Es ist Krieg, nicht nur in der Welt, auch in den sozialen Medien. Dabei geht es nicht mehr darum OB die Flüchtlinge kommen oder nicht. Vielmehr entsteht bei mir der Eindruck, dass sich Deutschland gegen diesen Rechtsruck zur Wehr setzt. Blind wie Mulle leiern sie die vorgekauten, abgedroschenen braunen Phrasen herunter, skandieren „Deutschland den Deutschen“ und „Ausländer raus“. Fragt sich denn einer wo das alles seinen Hintergrund hat? Wohl weniger … wer am lautesten brüllt hat recht!

Die Solidarität, welche die vielen flüchtenden Menschen erfahren, entsteht sicherlich auch aus reinem Protest heraus. Bin ich für die Flüchtlinge, bin ich gegen rechts. Je mehr und je widerlicher die Kommentare, desto mehr Widerstand regt sich auf der Gegenseite.

Dieses Klein-Klein ändert nichts an der Ursache. Es muss etwas geschehen in der Welt, nicht nur in Deutschland. Aber der Weg nach rechts ist eindeutig der falsche.

Die Worte von Herrn Bahr stimmen mich nachdenklich. Wir hatten das schon mal und wo es geendet hat wissen wir alle. Es ist auch mein Land, meine Heimat, um die es hier geht …